Seit Anfang des Jahres ist die Netzeitung automatisiert, um, wie Dr. Silke Springensguth, Geschäftsführerin der DuMont Net GmbH und promovierte Mediävistin, es hübsch formuliert, “die künftige Nutzung dieser Traditionsmarke zu gewährleisten".
Diese neue Netzeitung läuft in Kooperation mit nachrichten.de (Tomorrow Focus/ Hubert Burda) und bietet weithin die gleichen (fremden) Inhalte. “Warum man nun allerdings auch noch die schlechteKopie eines selbst noch nicht vollständig ausgereiften Portals nutzen sollte, erschließt sich selbst bei längerem Nachdenken wohl kaum jemandem", meint dazu dwdl.de.
Geschäftsidee dürfte vor allem sein, dank des recht gut googlebaren Archivs über Suchmaschinen den einen oder anderen Klick mitzunehmen: Die meisten Artikel der alten Netzeitung, mal abgesehen von solchen wie der 2010-Vorschau (noch im Google-Cache), lassen sich weiterhin aufrufen. Von circa 2400 Altpapieren, die von 2000 bis 2008 dort erschienen, sind noch einige hundert abrufbar - allerdings umformatiert und grundsätzlich entlinkt. Hypertextkolumnen (wie auch die hier bei 1001augen.de zuletzt häufig verlinkten Media-Theke-Kolumnen) lassen sich so natürlich überhaupt nicht mehr sinnvoll lesen.
Einerseits schade, weil so das nicht zwar nicht leicht nutzbare, aber wohl größte deutsche medienjournalistische Archiv der letzten zehn Jahre aus dem vermeintlich ewigen Internet praktisch entschwunden ist. Andererseits, wenn das ein wenig dazu beiträt, dass der klägliche Rest der Netzeitung bald ebenfalls verschwindet, auch wieder gut so.
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Hier sammelt Christian Bartels seine (Hyper-)Texte über Medien